Angststörungen
Angststörungen
werden oft lange nicht erkannt, so dass es Jahre dauern kann, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Inzwischen
ist es zu einer Chronifizierung der Angststörungen gekommen
mit einem Verlust an Selbstvertrauen, einer Verminderung der
Lebensqualität,
zu sozialer Isolierung und zusätzlichen seelischen Störungen wie
Depressionen, Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit. Übersicht:
►Welche
Angststörungen
gibt es? ►Welche Angststörungen gibt es?
Angst
gehört zu unseren lebenswichtigen Gefühlen. Sie schützt uns vor Gefahren und allzu großer Sorglosigkeit,
und sie erhöht unsere Aufmerksamkeit. Wird
die
Angst jedoch übermäßig groß oder gar unrealistisch, dann engt sie
in der Folge unseren Handlungsspielraum
ein und hemmt
unsere vitalen Interessen. Der daraus entstehende Leidensdruck weist auf
behandlungsbedürftige Angststörungen.
Folgende
Angststörungen
werden unterschieden:
·
Panikstörung
Angststörungen:
Panikstörung
Die
Panik kommt scheinbar aus „heiterem Himmel". Meist ohne erkennbare
Ursache bricht plötzlich der Schweiß aus, das Herz
rast, das Beklemmungs- und Engegefühl in der Brust macht das Atmen schwer, ein
Schwächegefühl setzt ein. Die Betroffenen können Todes- Angst
haben. Wer dieses Gefühl ein- oder mehrmals erlebt hat, dieses Gefühl, die
Kontrolle zu verlieren, die
Angst verrückt zu werden,
nicht Herr über sein eigenes Leben zu sein, möchte so etwas nie wieder
erleben. Die Betroffenen reagieren dann schon auf kleinste Zeichen körperlichen
Unwohlseins mit der Erwartung eines kurz bevorstehenden akuten Angstanfalls
– und lösen damit einen
Panikanfall aus.
Sie
werden diese
Panik fürchten lernen und entwickeln über die Zeitspanne Angst.
Diese „Angst vor der Angst"
verbindet sich mit der festen Absicht,
alles zu vermeiden, was solch eine Panik noch einmal auslösen könnte. Es kommt
zu einem allgemeinen Vermeidungsverhalten. Alles, was
Angst auslösen könnte,
wird künftig vermieden, so dass Menschen mit einer Panikstörung ihren
Lebensradius immer mehr verkleinern und schließlich die Wohnung nicht mehr
verlassen können. Sie setzen so einen
Kreislauf der „Angst vor der Angst" in Gang, der unbehandelt in
chronifizierte Panik- und Angststörungen
übergehen kann.
Angststörungen:
Agoraphobie
Bei der
Agoraphobie handelt es sich um
die
Angst, sich an Orten oder in Situationen zu befinden, in denen im Falle des
Auftretens einer Angstattacke
oder panikartiger Symptome eine Flucht schwierig oder peinlich wäre oder keine
Hilfe verfügbar wäre.
Agoraphobie
ist nicht nur die
Angst, über einen großen Platz zu gehen, sondern auch die
Angst vor Plätzen öffentlicher Zusammenkunft wie Bahnhöfe, Kaufhäuser,
Kinos, Theater, Gasthäuser, Orte, wo Menschen „Schlange stehen„ müssen,
aber auch Fahrzeuge und Lifte. Deshalb werden diese so
weit wie möglich vermieden. Aber auch die verstärkte Wahrnehmung der
eigenen Körperreaktionen wie z.B.
Angststörungen:
Soziale
Phobie
Bei
Menschen mit
sozialen Phobien steht im Vordergrund die Furcht vor der
Aufmerksamkeit bzw. der kritischen Beobachtung durch andere Menschen. Sie haben
große Angst im Mittelpunkt zu stehen und sich zu zeigen.
Beispiele hierfür sind
· Essen, trinken, schreiben in der Öffentlichkeit
Angststörungen:
Generalisierte
Angststörungen
Bei
generalisierten
Angststörungen
handelt es sich um eine anhaltende diffuse
Angst wechselnder Intensität,
die sich zu
Angstanfällen steigern kann und stark zu
Somatisierung neigt.
Insgesamt besteht eine ängstliche Erwartungshaltung. Die Betroffenen neigen
dazu, über viele Dinge zu grübeln, sich Sorgen zu machen über etwas, was
passieren könnte.
Angstanfälle sind verbunden mit
körperlich vegetativem Ausdruck wie Schweißausbrüche, Zittern, Schütteln,
Störungen der
Atmung, der Herztätigkeit. Es kommt oft zu Aufschrecken in der Nacht.
Schwindel
als Ausdruck der
Angst kann bis zu
Ohnmacht gehen, häufig sind auch
Taubheitsgefühle oder Verkrampfungen von
Händen und Füßen als Folge der Hyperventilation (schneller Atmung).
Nicht
wenige Betroffene erklären sich die körperlichen Beschwerden zunächst damit,
dass sie körperlich krank sind. Ihre Angst sehen sie meist als Folge, nicht
aber als Ursache ihrer körperlichen Beschwerden. So steht oft die
organmedizinische Abklärung der Symptomatik im Vordergrund wie z.B. beim
„Herzanfall", hinter dem sich ein „Angst - Anfall" verbirgt.
Angststörungen:
Was
verbirgt sich hinter der
Angst?
Hier
können sich – dem Betroffenen nicht bewusst - innere Konflikte verbergen, die
mit Gefühlen zu tun haben, die „verboten" oder schambesetzt sind. Die
Betroffenen wagen es nicht, ihre Gefühle anderen zu zeigen, meistens gestehen
sie sich diese nicht
einmal selbst
zu. Hierzu gehören alle „verbotenen" Gefühle wie z.B.
lustvolle Gefühle, aber auch aggressive Gefühle
wie Ärger, Zorn
und Wut. Diffuse nicht genau beschreibbare Angst haben oft Menschen, die sich in vielen Lebenssituationen, besonders aber im Kontakt mit ihrer Umwelt, sehr unsicher fühlen, die es nicht wagen, eigene Wünsche, Gedanken und Gefühle zu zeigen, sich schwer entscheiden können. Sie können in Situationen, in denen es gefordert ist, sich „zu zeigen", mit einer Angst - und Panikstörung reagieren.
Nicht
selten stehen aber auch schwerwiegende Konfliktsituationen
bis hin zu
traumatischen Erlebnissen hinter der
Angststörungen:
Welche
Behandlung ist hilfreich?
Bei
tiefgreifenden oder chronifizierten
Angststörungen
ist eine stationäre Behandlung in einer
psychosomatischen Fachklinik mit ihrem vielfältigen therapeutischen Angebot
indiziert.
Nach
einer sorgfältigen Diagnosestellung geht es um das
Herausarbeiten der
Angst
auslösenden
Unser
Behandlungsangebot für Patienten mit
Angststörungen:
In
der Abt.
Psychotherapie und Psychosomatik der Hardtwaldklinik I steht bei
der stationären Behandlung von
Patienten mit
Angststörungen
neben der Verminderung der Angstsymptomatik
In
unserem ganzheitlichen Ansatz betrachten wir die Beziehungsthematik nicht nur
als Beiwerk der Angst
-Therapie, sondern sie steht im Zentrum der gesamten Arbeit in
erlebnisaktivierender Weise. Ziel ist die Stärkung des
Selbstwertgefühls mit
einer Wiedergewinnung von Kontrolle und
Zunahme der Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit, aber auch eine
Verbesserung der Beziehungsqualität.
Unsere
erlebnisorientierte tiefenpsychologisch fundierte Gruppen- und Einzeltherapie
wird ergänzt durch einen übungszentrierten verhaltenstherapeutisch
orientierten Ansatz. Einzeltherapeutisch begleitete Übungsmöglichkeiten ergänzen
das Behandlungsangebot.
Besonders
unterstützend für die Stärkung der persönlichen
Ressourcen im Sinne unseres ganzheitlichen Menschenbildes sind die
kreativtherapeutischen und
leibtherapeutischen Anwendungen.
Die kreativen Medien übernehmen im
gesamten Behandlungsverlauf eine wichtige Brückenfunktion bei der Verbesserung
der Ausdrucksmöglichkeiten, die einen
Zuwachs an Stabilität und Lebendigkeit ermöglichen. Unser Behandlungsangebot ergänzen körperorientierte Ansätze und medizinischen Anwendungen, sowie klassische Anwendungen von Badeabteilung, Physikalischer Therapie und Krankengymnastik.
Die
Behandlung der
Angststörungen
gliedert sich in 3 Phasen:
· Diagnostikphase
Angststörungen:
Diagnostikphase
Nach
einer gründlichen Anamneseerhebung und einer eingehenden klinischen
Untersuchung unter Einbeziehung medizinischer Vorbefunde wird – ausgerichtet
auf persönliche Bedürfnisse und unter
Berücksichtigung der Therapieziele - ein individueller Therapieplan erstellt.
Bei Bedarf erfolgt eine ausführliche testpsychologische Untersuchung.
Sowohl
bereits bei Beginn der Angstbehandlung
Angststörungen:
Behandlungsphase
·
Reduzierung der Angstsymptomatik
Am
Anfang der Behandlungsphase steht zunächst
die Reduzierung der Angstsymptomatik
im Vordergrund. Hierzu ist es wichtig, eine „Angst -Hierarchie"
zu erstellen. Hier geht es um alle
Situationen, Personen oder auch inneren Vorgänge, die in
unterschiedlichem Ausmaß Angst auslösen. Mit dem Therapeuten werden die sie
begleitenden Gedanken und Gefühle und eigenen Bewertungen
herausgearbeitet. Hierzu gehört auch die Bearbeitung
der Vermeidungsstrategien.
·
Schrittweise Übungsbehandlung/Desensibilisierung Im Rahmen unserer Integrativen Therapie bieten wir sowohl im Rahmen der Einzeltherapie als auch in der Gruppentherapie ein schrittweises Aufsuchen (Desensibilisierung) der Angst auslösenden Situationen mit aufsteigender Hierarchie (Schweregrade) an. Für die Bearbeitung ist es hilfreich sie zuerst in der Vorstellung durchzuführen und erst dann in realen Situationen umzusetzen. Wichtig ist uns bei diesen Übungen immer ein ausreichender Schutz sowohl im Einzelsetting als auch in der vertrauten Gruppe, in der das notwendige Maß an Unterstützung gefunden werden kann.
·
Verbesserung der Selbstwahrnehmung
Wesentlich
bei der Behandlung der
Angststörungen
ist eine Verbesserung der Wahrnehmung von Körpervorgängen, wie
z.B. der chronischen muskulären Anspannung. Mit Verfahren wie der
Progressiven
Muskelentspannung/PMR wird die gezielt
eingesetzte
Entspannung gefördert. Sie ermöglicht es dem Patienten, mit sich
und der eigenen Körperlichkeit besser in Kontakt zu kommen.
Entspannung
und
·
Beziehungsthemen
Es
besteht ein Zusammenhang zwischen
der Angstthematik
Die
Angstverminderung beginnt also mit einer Verbesserung der Wahrnehmung im
Hinblick auf das eigene Angstgeschehen. Sie schließt die Wahrnehmung und die Veränderung der eigenen
Vermeidungsmuster mit ein. Ebenso die Verbesserung der
Entspannungsfähigkeit
und der
Körperwahrnehmung. Die zunehmende Erfahrung, dass es neben der
Angststörungen:
Abschlussphase
Am
Ende der intensiven Behandlungsphase, in der sowohl
die Angstminderung, als auch die Wiedergewinnung von Handlungsspielraum
und Lebendigkeit das Ziel war, geht es um
eine sorgfältige Vorbereitung der Entlassung. Hierbei
steht die Umsetzung der in der
Behandlung gewonnenen Erfahrungen in die häusliche und berufliche
Alltagssituation im Mittelpunkt. Bei anstehendem beruflichem
Klärungsbedarf bieten wir umfassende Unterstützung durch unsere Sozialberatung
bis hin zu Empfehlungen medizinisch-beruflicher Rehabilitationsmaßnahmen an. Haben Sie Interesse an weiteren Einzelheiten?
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doch unsere Homepage unter
Integrative Gestalt- und Traumatherapie
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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